Wissenswertes über Schellack

Was ist Schellack:

Schellack ist ein gereinigtes Produkt aus den Absonderungen der asiatischen Schildlaus. Aus diesen Absonderungen, einer Harzmasse, wird durch Auswaschen, Schmelzen und Filtrieren der reine Schellack gewonnen.

Historisches:
Schellack ist in Europa seit dem Ende des 18. Jahrhunderts bekannt. Die Erfolge, die man damals bei der Oberflächenbehandlung erzielte, mögen dazu beigetragen haben, dass sich das Schellack-Polierverfahren immer mehr durchsetzte. Vermutlich wurden die Oberflächen älterer Möbel mit Hilfe von Schellack-Präparaten erneuert. Schellack wurde auch in der Malerei, im Geigenbau, als Siegellack und zur Herstellung von Grammophonplatten verwendet.

Traditionelle Schellackhandpolitur:
Die Schellackhandpolitur ist die Königsklasse unter den traditionellen Oberflächen. Sie setzt viel Erfahrung und Können voraus.
Mit Hilfe eines Polierballens mit Leinenüberzug tief in die Poren des Holzes eingerieben und dann Schicht für Schicht aufgebracht.
Der Alkohol verdunstet bei diesem Arbeitsvorgang sehr rasch, während der Schellack nach und nach als hauchdünner Film liegenbleibt. Mehrere dieser Filme werden so übereinander gelagert. Durch die tiefe Füllung der Holzporen mit Lack und die nachfolgende Verkettung, entsteht eine Spiegelung in den Poren, die eine Tiefenwirkung hervorbringt. So ergibt sich nach zahlreichen Arbeitsgängen eine makellose, glänzende Politur.
Diese zeit- und kraftaufwendige Arbeit gibt dem Holz diese besondere Tiefe und hebt den Wert des Objekts. Jeder, der eine Ahnung von dieser Prozedur hat, kann sich leicht ausrechnen, dass der Vorgabe dieser Tage. "wer schafft es am billigsten" Grenzen gesetzt sind. Der Lackauftrag mit Pinsel oder Spritzpistole, der als letzte Schicht abpoliert wird, ergibt für den Laien zunächst ein gutes glänzendes Bild. Doch die Fläche ist und bleibt weich und sinkt nach und nach in die Poren ein. Was bleibt, ist ein kalter und oft auch offenporiger Glanz. Der Verfall wächst kaum merklich, weil der erste Eindruck doch so gut war. Wie ein frischer, schöner Blumenstrauß, der, wie von Geisterhand, von heut auf morgen verwelkt ist.
Der „Restaurator" der diese schnelle Methode als Handpolitur verkauft, wirkt dann als „sehr günstig". Natürlich gibt es Fälle, da wird ein Kompromiss gesucht, um Geld oder Zeit einzusparen. Doch sollte der Auftraggeber immer wissen, was mit seinem Stück passiert und dann entscheiden.

Noblesse des Erscheinungsbildes:
Schellackpolierte Oberflächen wirken trotz ihres Hochglanzes stets nobel und elegant unaufdringlich, nie hart und unnatürlich - wie beispielsweise mit Nitrozellulose oder Kunstharzpräparaten erzeugte Oberflächen.
Sie haben einen unvergleichlich sanften, weichen und "warmen" Glanz von faszinierender Ausstrahlung. Eine Schellackpolitur bringt viele Holzarten in optimaler Weise zur Geltung.

Härte und Elastizität:
Schellack gehört zu den natürlichen Hartharzen. Polituren aus Schellack sind deshalb verhältnismäßig hart und widerstandsfähig. Vorausgesetzt, sie hatten Zeit vollständig auszuhärten. Diese Zeit beträgt in der Regel ein Jahr. Trotzdem ist das Möbel auch direkt nach dem Polieren durchaus gebrauchsfähig - wenn einige Regeln beachtet werden:
Auf einen polierten Tisch stellt man kein heißes Geschirr. Ebenso wenig dürfen polierte Oberflächen anhaltendem Einfluss von Wasser oder Alkohol ausgesetzt werden.
Schellackpolituren sind außerordentlich elastisch; sie passen sich dem "Arbeiten" des Holzes an.



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